12.01.2009 – Verkehrsexperten: Höhepunkt der Billigfliegerei ist vorbei!

Auf dem Hunsrück-Flughafen Hahn betreibe der irische Billigflieger Ryanair derzeit „einen Rückzug auf Raten“, sagte der Geograf. Die Ankündigung der Iren, wegen der geplanten Terminalgebühr von drei Euro pro Passagier Flugverbindungen streichen und Flugzeuge abziehen zu wollen, bezeichnete Monheim als „Vorwand“ für andere wirtschaftliche Probleme.

Grund für den Einbruch der Billigflieger sind laut Monheim steigende Kosten. „Billigfliegen ist auf Dauer nicht mehr haltbar.“ Seiner Einschätzung nach wird Fliegen in den nächsten Jahren immer teurer. Zum einen, weil die Energiepreise wieder kräftig anziehen würden und zum anderen, weil Subventionen aus klimapolitischen Gründen nicht mehr vertretbar seien. „Die Billigflieger werden als erste von Deck gehen.“ Für 2050 prognostizierte der Professor aber für die gesamte Luftfahrtindustrie „eine Riesenkrise“. Fliegen werde dann umweltpolitisch kaum mehr haltbar sein. „Dann wird Verkehrsberuhigung der Luft das Thema sein“, sagte er.

Für Hahn sei es ein Fehler gewesen , dass man auf Ryanair als einzigen großen Billigflieger gesetzt habe. „Es rächt sich jetzt, dass man nicht an Alternativen gedacht hat“, sagte Monheim. Es hätte nahe gelegen, „im klassische Sinne nachhaltig Regionalentwicklung anzustreben“. Kleinere und mittlere Betriebe der im Hunsrück starken Holzwirtschaft und Energietechnik hätten stärker gefördert werden können.

Der Flughafen Hahn habe sich für den Betreiber Fraport „letztlich als nicht tragfähig“ erwiesen: „Den Standort kann er auf Dauer nicht halten“, sagte der Verkehrswissenschaftler. Der Flughafen, die größte Basis von Ryanair in Deutschland, schreibt unterm Strich rote Zahlen. Eine neue Terminalgebühr soll jährliche Mehreinnahmen von bis zu sechs Millionen Euro bringen.

Ryanair will am morgigen Dienstag (13. Januar) bei einer Pressekonferenz in Frankfurt über weitere Entwicklungen auf dem Hahn informieren. „Ich hoffe, die Landesregierung wird dann nicht wieder Geld hinterher schmeißen“, sagte Monheim. Die „Drohgebärde“ der Iren sei „ganz logisch“. „Das macht doch jeder Teppichhändler so.“

RZO