08.04.2014 – Bundesanzeiger Jahresabschluss 2012

Jahresabschluss der FN 2012 veröffentlicht!Am 8. April 2014 war es endlich soweit. Auf der der Websitewww.bundesanzeiger.dewurde der Jahresabschluss 2012 (! Ja, das ist schon ein wenig her…) der FN veröffentlicht (im Suchfenster eingeben: Flughafen Niederrhein). Und erneut hat die FN Geschäftsführung Erfolge zu berichten

Bundesanzeiger vom 8. April 2014 – Jahresabschluss 2012

Diese Erfolgsmeldungen werden sicher auch den Mitgliedern des Kreistages helfen, eine am kommenden Donnerstag anstehende Entscheidung über eine dringend erforderliche erneute Finanzspritze für die FN zu treffen (die RP berichtete:
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kevelaer/airport-finanzen-keine-entwarnung-aid-1.4137903).

Die FN Geschäftsführung schreibt:
Das Jahresergebnis betrug in 2012 T€ 312 (Vorjahr T€ 367).
Also: Herzlichen Glückwunsch. Das Leuchtturmprojekt am Niederrhein konnte erneut einen Gewinn von gut 300.000 EUR erzielen. Aber halt… wenn das so gut läuft, wieso muss der Kreis erneut Geld einschießen…???
Auch darüber gibt die FN in Jahresabschluss und Lagebericht bereitwillig Auskunft und führt weiter aus:

Dabei war es  (das Jahresergebnis, die Red.) insbesondere durch die Hebung stiller Reserven i. H. v. € 2,2 Mio. (Vorjahr € 0,7 Mio.) beeinflusst.
Hebung stiller Reserven… da war doch was…? Ja, wir berichteten über dieses schöne Schema zur legalen Schönung von Bilanzen durch die FN bereits vor geraumer Zeit. Nachzulesen hier auf der Stopp-Laarbruch Website unter der Kategorie „Airport“.
Wie das genau funktioniert – und vor allem: Zu welchem Preis! – ist jetzt in bislang ungewohnter Offenheit ebenfalls im Jahresabschluss nachzulesen. Dort findet sich folgende dem Grunde (wohl aber der Wert nach) mittlerweile wenig überraschende Beschreibung der Transaktion:

Zur Hebung der stillen Reserven wurden Teile des Grundstücks neu bewertet und an die hundertprozentige Tochtergesellschaft FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG der Flughafen Niederrhein GmbH veräußert. Der Verkaufswert der Grundstücke von 45 € pro qm basiert auf der Realisierung von Projektvorhaben in den Jahren 2016 bis 2026 und der Erfüllung der in der Bewertung des Grundstückes genannten Annahmen. Die Werthaltigkeit der Forderung gegenüber der Tochtergesellschaft ist insoweit auch abhängig von der zukünftigen Entwicklung des Flughafens und der damit verbundenen Realisierung der Projektvorhaben auf den betroffenen Grundstücken der FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG.

So geht das schon seit Jahren. Daher noch mal zusammengefasst die Entwicklung bis hierher:

Aufgrund der schwierigen Ertragslage hat die FN ausweislich der im Bundesanzeiger (siehe Link: www.bundesanzeiger.de) veröffentlichten Jahresabschlüsse der Jahre 2007 bis 2012 wiederholt Grundstücksflächen an eine 100%ige-Tochtergesellschaft – die FN Grundbesitzgesellschaft I mbH & Co. KG, Weeze  – veräußert. Die Transaktion diente wie in den Jahresabschlüssen dargestellt ausschließlich dazu, im Grundvermögen ruhende stille Reserven aufzudecken (ohne diese wirklich am Markt, d.h. durch einen Verkauf an Dritte, zu realisieren).

Die aus der Summe der Transaktion erzielten Buchgewinne ergeben sich nach den Jahresabschlüssen der FN über die Jahre wie folgt:

Buchgewinn in 2007       6,753 Mio. Euro
Buchgewinn in 2008       5,200 Mio. Euro
Buchgewinn in 2009       3,200 Mio. Euro
Buchgewinn in 2010       1,700 Mio. Euro
Buchgewinn in 2011       0,700 Mio. Euro
Buchgewinn in 2012       2,200 Mio. Euro

Summe                          19,753 Mio. Euro

Bei unverändert schwierigen Rahmenbedingungen für die FN  dürfte wohl ferner davon auszugehen sein, dass auch im Geschäftsjahr 2013 entsprechende „In-Sich-Geschäfte“ zwischen FN und ihrer 100%igen Tochtergesellschaft getätigt wurden. Das ist aber natürlich nur eine Vermutung…

Daneben hat die FN in den zurückliegenden Jahren von weiteren Sondereffekten profitiert, die geholfen haben, die tatsächliche schwierige Lage zu verschleiern und durchgängig „Gewinne“ auszuweisen. Auch diese sind in wunderbarer Offenheit nachzulesen im Lagebericht 2012:

  1. Einmaliger Sondereinfluss aus der Gestattung zur Errichtung des Solarparks im Jahr 2011; die FN schreibt im vorliegenden Abschluss:
    „Der wesentlich geringere Umsatz innerhalb der sonstigen Erlöse ist darauf zurückzuführen, dass es im Jahr 2011 einen Sondereffekt im Rahmen der Errichtung einer Freiland-Photovoltaik-Anlage (€ 2,0 Mio.) gegeben hat.“
    2.       Zinsverzicht durch den Kreis Kleve; die FN schreibt:
    „Im Jahr 2012 (Anmerkung d. Red.: Auch in 2011 war das schon so) wurden aufgrund des Zinsverzichtes der EEL GmbH auf Ebene der Flughafen Niederrhein GmbH außerordentliche Erträge in Höhe von 1.393 TEUR erzielt. Auch im Jahr 2013 hat die Flughafen Niederrhein GmbH von der Möglichkeit der Stundung und Nichtzahlung der Zinsen Gebrauch gemacht und wird aufgrund des Zinsverzichtes der EEL außerordentliche Erträge in Höhe von 1.393 TEUR erzielen.“
    Wir halten somit fest: Anders als durch große Teile der Politik im Kreis Kleve – allen voran Herrn Landrat Spreen – und der Geschäftsführung der FN gebetsmühlenartig vorgetragen, ist der Betrieb der FN operativ höchst defizitär. Die tatsächliche Ertragskraft nach Bereinigung der Erträge aus der Hebung stiller Reserven, der Zinsverzichte des Kreises sowie des Einmalertrages nach Installation der Photovoltaikanlagen, stellt sich vielmehr nach unserer Rechnung wie folgt dar:

 

Flughafen Niederrhein GmbH
alle Zahlen in 1.000 Euro 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Summe
Gewinn im Jahresabschluss -6.960 -8.336 -7.914 -4.821 663 707 426 35 367 312 ? -25.521
./. Hebung stiller Reserven 6.753 5.200 3.200 1.700 700 2.200 ? 19.753
    Verkauf von Grundstücken
    an die 100% Tochter
./. Einmalertrag Photovoltaik 2.000 2.000
./. Zinsverzicht der EEL/Kreis Kleve 1.393 1.393 1.393 4.179
Gewinn korrigiert (Verlust) -6.960 -8.336 -7.914 -4.821 -6.090 -4.493 -2.774 -1.665 -3.726  -3.281  -1.393 -51.453

Abweichend von der Darstellung durch die Geschäftsführung der FN ergibt sich: Durch den Betrieb der FN GmbH sind in der zurückliegenden Dekade Betriebsverluste in einer Größenordnung von mehr als Mio. EUR 50 aufgelaufen!!! Das ist ein Betrag, der durch das Eigenkapital der FN – lt. Jahresabschluss 2012 immerhin noch Mio. EUR 22,0 – nicht gedeckt wäre!!!

Dass dies in absehbarer Zeit nicht besser wird – siehe die Berichterstattung über den Abzug von Flugzeugen der Ryanair u.a. in der Rheinischen Post http://www.rp-online.de/wirtschaft/ryanair-streicht-18-strecken-ab-dem-flughafen-weeze-aid-1.4031996 – sah die Geschäftsführung der FN ebenfalls bei Fertigstellung des Jahresabschlusses 2012 am 28. Dezember 2013 (!, ja fast ein Jahr später!) bereits voraus und schrieb:

Die Geschäftsführung geht aufgrund der oben beschriebenen schwierigen Marktlage von deutlich sinkenden Passagierzahlen aus. Der erfolgreiche Fortbestand der Gesellschaft in diesem herausfordernden Umfeld wird wie oben bereits erwähnt insbesondere von der weiteren erfolgreichen Ausschöpfung zusätzlicher Einnahmen im Aviation und Non-Aviationbereich abhängen.

Die Antwort, woher die zusätzlichen Einnahmen im Aviation-Bereich kommen sollen, bleibt die FN dann leider schuldig. Für den Non-Aviation Bereich scheint hingegen eine Lösung gefunden: Die Politik im Kreis Kleve nimmt bereitwillig (mit Altlasten belastete?) und Solaranlagen bebaute Grundstücksflächen ab… aber dazu später…

Dies allein wirft bei unverändert negativen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Frage auf, wie die ausstehenden Darlehen und Zinsend des Kreises Kleve jemals bedient werden können. Wie lange noch möchte sich der Kreis Kleve immer weiter in der Finanzierung eines sprichwörtlichen „Fasses ohne Boden“, und eben nicht einem für die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises wichtigen „Leuchtturmprojekts“ mit mittel- und langfristigen Erfolgsaussichten engagiert. Wird mit der am kommenden Donnerstag im Kreistag anstehenden Entscheidung dem schlechten Geld das der Kreis/die FN bereits „verbrannt“ hat weiteres gutes (Steuer-)Geld hinterhergeworfen?

Erwerb von Grundstücken auf dem Gelände der FN durch den Kreis Kleve: Ein gutes Geschäft???

Zur Deckung des laufenden Finanzbedarfes braucht die FN dringend Geld. Daher die Idee: Der Kreis Kleve kauft Grundbesitz. Zur dem was der Kreis plant sei verwiesen auf die Berichterstattung in der Rheinischen Post

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kevelaer/kreis-soll-airport-solar-flaeche-abkaufen-aid-1.4126928

vor allem aber auf die bemerkenswerte Darstellung im üblicherweise gut informierten „kleveblog“:

http://www.kleveblog.de/2014/03/der-preis-ist-heiss-kreis-will-flughafen-niederrhein-mit-millionengeschaeft-retten/#more-12769

Dort ist auch nachzulesen, was der Landrat kürzlich zur Finanzlage der FN im Kreistag erläutert haben soll:

In dem „Protokoll des Grauens“ (über dessen Authentizität ja leider nur die Mitglieder des Kreistages Auskunft geben können, die jedoch aufgrund der „Nichtöffentlichkeit“ zum Schweigen verdammt sind) ist aus dem Bericht des Landrats in der Sitzung am 20. Februar 2013 u.a. nachzulesen (der Volltext am angegebenen Ort ist für weniger schreckhafte Steuerzahler sehr zu empfehlen):
Der Flughafen würde sich in einer existenziellen Krise befinden. Wie und ob es weitergeht, sei offen. … Der jetzt zu planende Verlust betrage mehrere Millionen Euro im Jahr. Hierbei handele sich auch um eine Liquiditätsfrage in Höhe von 3 Millionen Euro. Der Flughafen würde somit Liquidität von Dritten benötigen. Vor Erteilung der Betriebserlaubnis für den Flughafen habe die Bezirksregierung vor Jahren gefordert, dass die Investoren eine Bürgschaft zur Sicherstellung der Liquidität abgeben. Nun müsse der Geschäftsführer sich die notwendige Liquidität besorgen. Eventuell werde er auf diese Liquiditätsgarantie zurückgreifen. Die Liquiditätsproblematik könne Jahre andauern. Sollte die Liquidität durch diese Investoren nicht zur Verfügung gestellt werden, müsste der Geschäftsführer, um eine Insolvenz zu vermeiden, sich die Liquidität woanders besorgen. Es könnte sein, dass er somit auf die anderen Gesellschafter zukommt. Dann müsste sich der Kreistag mit der Frage der Liquidität beschäftigen. Es sei beabsichtigt, erforderlichenfalls kurzfristig zu entsprechenden Sitzungen einzuladen. …“

Die RP berichtete seinerzeit ebenfalls in der Sache; siehe: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kevelaer/airport-sieht-sein-fortbestehen-akut-nicht-gefaehrdet-aid-1.4103462

Nunmehr kommt also der Kreistag am kommenden Donnerstag, den 10. April 2014 zusammen, um über den Erwerb der Grundstücksflächen gegenüberliegend dem Terminalgebäude zu beraten, auf dem in 2011 der Solarpark errichtet (und dafür große Waldflächen gerodet) wurde. Es handelt sich um eine Fläche von ca. 50 ha, die zu einem Kaufpreis von 7 EUR/qm (= Mio. EUR 3,5) gekauft werden soll.

Ein guter Preis?
Um das zu beurteilen, sollte man sich in Erinnerung rufen, dass die in 2001 privatisierte FN im März 2002 mit Hilfe einer Zwischenfinanzierung des Kreises Kleve, die Liegenschaft Laarbruch mit 6,3 Mio. ha zu einem Kaufpreis von insgesamt lediglich 11,5 Mio. Euro, somit für durchschnittlich 1,80 Euro pro qm erworben hatte. Unter Berücksichtigung der mit dem Kreis vereinbarten „Jobklausel“ ergab sich für den Erwerber ein Nettokaufpreis von durchschnittlich lediglich EUR 1,20 pro qm.

Eine bemerkenswerte Wertesteigerung? In der Tat!

Aber noch bemerkenswerter ist die Wertvernichtung, welche die in Rede stehenden Grundstücke in den letzten Monaten erlitten haben. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Bei den Grundstücken welche der Kreis Kleve jetzt erwerben möchte soll es sich um exakt jene Flächen – und ein wenig mehr – handeln, welche die FN in den zurückliegenden Jahren an die 100%ige Tochtergesellschaft FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG, und damit sozusagen an sich selbst verkauft hat. Wie war da noch der Preis??? Wir erinnern uns: Die FN schreib noch datiert mit dem 28. Dezember 2013 (!):
„Der Verkaufswert der Grundstücke von 45 € pro qm basiert auf der Realisierung von Projektvorhaben in den Jahren 2016 bis 2026 und der Erfüllung der in der Bewertung des Grundstückes genannten Annahmen.“

1,80 EUR/qm… 1,20 EUR/qm… 45 EUR/qm… 7 EUR/qm… da kann man ja schon mal den Überblick verlieren. …
Sicherlich aber haben sich unsere Vertreter im Kreistag – natürlich nichtöffentlich, damit diese sagenhaften aber durch Gutachten und guten Glauben unterlegten Wertschwankungen den treuen Steuerzahler nicht allzu sehr verwirren… – davon ein Bild gemacht, und sind ja vielleicht einem tollen Deal auf der Spur. Ein Grundstück mit Wert von 45 (oder 1,20 EUR, was macht das schon) zum Preis von 7? Wer würde da nicht zuschlagen….

Dass am Ende der Kreis vielleicht ein paar alte Bunker und sonstige Altlasten entsorgen muss ist sicher ebenfalls bedacht…

Grundstücksverkauf an den Kreis Kleve – Ein gutes Geschäft für (fast?) alle…
Die wunderbare Geldvermehrung und Geldvernichtung muss Niemanden groß stören, bis auf die 3,5 Millionen EUR Liquiditätshilfe im Austausch zu einem mit einem Solarpark bebauten Grundstück fließt ja kein Geld, …. außer vielleicht die FN selbst?
Wir nehmen noch einmal den Jahresabschluss und Lagebericht der FN zur Hand. An der jetzt mehrfach zitierten und an anderen Stellen lesen wir (Hervorhebungen durch die Red.; Reihenfolge der Fundstellen abweichend vom Lagebericht) Folgendes:

  •   „Zur Hebung der stillen Reserven wurden Teile des Grundstücks neu bewertet und an die hundertprozentige Tochtergesellschaft FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG der Flughafen Niederrhein GmbH veräußert. Die Werthaltigkeit der Forderung gegenüber der Tochtergesellschaft ist abhängig von der zukünftigen Entwicklung des Flughafens und der damit verbundenen Realisierung der Projektvorhaben auf den betroffenen Grundstücken der FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG.
  • „Der Verkaufswert der Grundstücke von 45 € pro qm basiert auf der Realisierung von Projektvorhaben in den Jahren 2016 bis 2026 und der Erfüllung der in der Bewertung des Grundstückes genannten Annahmen. Die Werthaltigkeit der Forderung gegenüber der Tochtergesellschaft ist insoweit auch abhängig von der zukünftigen Entwicklung des Flughafens und der damit verbundenen Realisierung der Projektvorhaben auf den betroffenen Grundstücken der FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG.“
  • Die Veränderung im Anlagevermögen ist der Tatsache geschuldet, dass die Forderungen aus dem Verkauf der Grundstücke an die FN Grundbesitzgesellschaft mbH & Co. KG in Höhe von 20.032 TEUR entsprechend dem Geschäftsbetrieb als sonstige Ausleihungen auszuweisen sind. Die Rückführung der sonstigen Ausleihungen soll langfristig erfolgen. Dies kann insbesondere durch die Erschließung der Grundstücke sowie der Veräußerung der Grundstücke geschehen.“

Das Bild wird abgerundet durch die Darstellung in den Jahresabschlüssen der FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG selbst. In dem letztmalig im Bundesanzeiger verfügbaren Jahresabschluss des Jahres 2011 weist die ansonsten weitestgehend vermögenslose Gesellschaft Sachanlagevermögen in Höhe von Mio. EUR 17,6 und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (das ist als alleinige Gesellschafterin die FN) in Höhe von Mio. EUR 17,9 aus. In Fortschreibung auf das Jahr 2012 ergeben sich dann wohl die gut 20 Mio. EUR wie oben.

Wir fassen also zusammen:

  1. Es ist wohl anzunehmen (lt. den Spatzen die auf den Dächern sitzen), dass wir es jeweils mit Geschäften über genau jene Grundstücke zu tun haben, auf denen heute der Solarpark steht;
  2. Die FN hat über alle Jahre hinweg diese Grundstücke im Umfang von etwa 45 ha zu einem Preis von jeweils 45 EUR/qm also insgesamt gut 20 Mio. EUR an „sich selbst“ verkauft;
  3. Es ist wohl weiter anzunehmen, dass die FN auch in 2013 noch einmal ein gleichartiges Geschäft getätigt hat, also jetzt die gut 50 ha im wirtschaftlichen Eigentum der FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG stehen;
  4. Die Werthaltigkeit der daraus entstandenen Forderungen gegen die FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG hängt von der zukünftigen Realisierung von Projektvorhaben auf diesen Grundstücken ab;
  5. Die Rückführung der sonstigen Ausleihungen soll langfristig erfolgen;
  6. Im April 2014 kauft der Kreis Kleve der FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG die Grundstücke für einen Preis von insgesamt 3,5 Mio. EUR ab;
  7. Die  FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG führt Projekte auf diesen Flächen durch – die ihr nicht mehr gehören – und führt aus den Erträgen die Mio. EUR 22 an die FN zurück….

Spätestens hier merk auch der Laie, dass die Rechnung nicht aufgeht: Wenn der A – der sonst nichts hat – seinen einzigen Vermögenswert für Mio. EUR 3,5 an den C verkauft, aber zugleich dem B 22 Mio. EUR schuldet, dann kann der die nicht zurückzahlen. Auch nicht aufgrund von künftigen Projekten auf Grundstücken, die dem B ja gar nicht mehr gehören, denn die Erträge stehen ja jetzt wohl dem C zu. D.h.: Der B guckt mit seinen Forderungen in die Röhre (R)…

Mal mehr buchhalterisch formuliert, könnte es also nach dem Verkauf der Grundstücke an den Kreis Kleve wie folgt aussehen (da die Jahresabschlüsse der FN-Gesellschaften für 2013 nicht veröffentlicht sind, muss man ein wenig mutmaßen und kann auch nicht ausschließen, dass alles doch noch ganz anders ist…):

  • Die FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG weist im Jahresabschluss 2013 ein Grundvermögen von annährend 50 ha mit einem Wert von ca. 22 Mio. Euro aus;
  • Es handelt sich dabei um den wesentlichen Teil exakt jener Flächen, die jetzt dem Kreis zum Kauf angeboten werden;
  • Ein Verkauf dieser Fläche von ca. 50,0 ha zu einem Kaufpreis von lediglich 7 EUR/qm (= Mio. EUR 3,5) an den Kreis Kleve führt dazu, dass der bei der Grundbesitz I GmbH & Co.KG bisher bestehende Aktivwert von annahmegemäß ca. Mio. EUR 22,5 (50 ha zu 45 EUR/qm) in Höhe der Differenz zum mit dem Kreis Kleve verhandelten Kaufpreis, d.h. in Höhe von Mio. EUR 19, abzuschreiben ist;
  • Wenn die FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG tatsächlich über kein weiteres Vermögen oder einen operativen Geschäftsbetrieb verfügt, könnte dies die unmittelbare Überschuldung dieser FN Tochtergesellschaft zur Folge haben;
  • Das hätte dann auch eine Folge für die Bewertung der Forderungen der FN gegen die FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG, die dann ja nicht mehr „langfristig zurückgeführt“ werden können: Die FN müsste wohl in ihrem eigenen Jahresabschluss Wertberichtigungen von um Mio. EUR 20 auf die bestehenden Forderungen gegenüber der Tochtergesellschaft FN Grundbesitz I GmbH & Co.KG bilden;
  •  Sollte das tatsächlich alles so sein, kämen die Verluste da an wo sie entstanden sind, bei der FN selbst. Das noch im jetzt vorliegenden Jahresabschluss 2012 ausgewiesene Eigenkapital von mehr als 20 Mio. EUR würde weitgehend aufgebraucht.Aber vielleicht ist ja auch alles ganz anders… davon haben sich sicher unsere Vertreter im Kreistag vor ihrer weitreichenden Entscheidung am kommenden Donnerstag umfänglich unterrichten lassen. Und am Ende machen alle Beteiligten gute Geschäfte, der Kreis erwirbt ein tolles Grundstück, der Leuchtturm leuchtet und die FN macht Gewinne…… und wenn Sie nicht gestorben sind, werfen die Mitglieder des Kreistages auch noch in den nächsten Jahren weitere Steuermillionen in den Flughafenschlund….